Der SV Klausheide hat es gestern erneut versäumt, big points im Kampf um die vorderen Plätze einzufahren und noch einmal in der Aufstiegsfrage für Spannung zu sorgen. Gegen harmlose Gäste aus Nordhorn setzte es eine völlig unnötige 2:3 (2:2) Heimniederlage. Dabei war die Art und Weise, wie der SVK diese letzte Chance leichtfertig herschenkte, einfach nicht nachvollziehbar.
Zu behaupten, man hätte den Gegner unterschätzt, ist eine zu einfache Erklärung. Vielmehr muss die generelle Einstellung zu Spiel und Gegner hinterfragt werden. Von der Besetzung her ist der SVK praktisch auf jeder Position besser besetzt - nur war es der SV Alemannia, der am gestrigen Nachmittag bei frühsommerlichen Temperaturen die Tugenden an den Tag legte, welche notwendig sind, um das Spiel erfolgreich zu gestalten.
Dabei zeigte sich Klausheide fast über die gesamte Partie Spiel bestimmend. Doch die Hausherren konnten die optische Überlegenheit nicht in Zählbares umwandeln – im Gegenteil: Praktisch mit der ersten echten Torchance gelang den Gästen nach ca. 10 Minuten der glückliche Führungstreffer, als die SVK-Abwehr nicht zur Stelle war. Der SVK reagierte auf diesen Rückstand zwar bemüht, doch zu selten ging es strukturiert nach vorne bzw. über die Außen. Der Ausgleich war allerdings sehenswert: Jürgen Siebert fasste sich ein Herz und zog aus ca. 20 m ab (32.) – der Ball senkte sich unter die Latte zum 1:1. Doch irgendwie schaffte es der SVK nicht, nachzulegen. Zu selten wurde der Gegner ernsthaft unter Druck gesetzt. Es kam sogar noch schlimmer, denn die Gäste schlugen nach 40 Minuten erneut zu und markierten mit der zweiten Chance den zweiten Treffer – die Gastgeber sahen sich erneut einem Rückstand gegenüber. Als alle schon mit dem Halbzeitpfiff rechneten, gelang dem SVK mit dem letzten Angriff vor der Pause der erneute Ausgleich: Marcus Jurgeleit zog von der linken Strafraumecke aus nach innen und schloss mit einem platzierten Rechtsschuss ins untere Eck erfolgreich zum 2:2 ab (45.).
In der zweiten Hälfte hatten sich die Klausheider viel vorgenommen. Der SVK kam in der Anfangsphase besser und entschlossener aus der Kabine, doch eindeutige Torchancen blieben weiter Mangelware. Typisch für das gestrige Spiel war, dass Klausheide die letzte Konsequenz, die letzte Entschlossenheit und der unbedingte Wille zum Sieg vermissen ließ. Diese fehlenden Prozente wirkten sich negativ auf das gesamte Spiel aus, und so kam, was kommen musste, den Gästen aus Nordhorn gelang nach einem umstrittenen, jedoch unnötigen Freistoß sogar noch der 3:2-Siegtreffer (67.). Symptomatisch für das Spiel war auch hier die Entstehung – die SVK-Defensive wurde mit einem einfachen Freistoß-Trick ausgehebelt. Zu allem Überfluss traf der Torschütze den Ball nicht einmal richtig, so dass der Ball unberechenbar wurde und ins Tor trudelte.
Von diesem erneuten Rückstand konnte sich Klausheide nicht mehr erholen, und so blieb es bei der sehr enttäuschenden, weil völlig überflüssigen Heimpleite gegen einen Abstiegskandidaten, der sich alles andere als souverän präsentierte.
Alle Akteure des SVK müssen sich nun hinterfragen, wie es zu dieser Niederlage kommen konnte. Jeder Einzelne ist dabei gefragt und steht nun in der Pflicht.
SVK-Startaufstellung (in Klammern die Einwechselungen):
te Gempt – B. Beciraj (Plickert), Büscher, Mowinski, Onnen (F. Beciraj), Siebert, Voet, Jurgeleit – Egbers – Arends (Schulz), Tyrtania
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 26. April 2010 um 19:00 Uhr